Rückblick auf die Games Convention Online Conference
Die letzten beiden Tage (31.7.-01.08.2009) habe ich auf der neuen Games Convention Online in Leipzig verbracht – oder besser gesagt, auf der dazugehörigen Dialogkonferenz, der Games Convention Online Conference. Im Rahmen des Tracks “Politik & Gesellschaft” war im am Podium zum Thema “Der Angebotsmarkt als Blackbox – wer sorgt für Transparenz und Jugendschutz”.
Für diejenigen, die nicht so sehr in der Messe- und Games-Event-Branche zu Hause sind, hier kurz die Vorgeschichte: Bisher fand die größte Computerspielemesse, die Games Convention, jedes Jahr in Leipzig statt. In diesem Jahr haben sich die Verantwortlichen aber zu einem Standortwechsel entschieden und sind nach Köln gegangen – ein sicherlich nicht unzentralerer Messeplatz. Die GAMESCom, wie die neue Games Convention nun heißt, wird also vom 19. – 23. August in Köln stattfinden. Um diesen Verlust für die Messe Leipzig zu kompensieren, haben die Verantwortlichen vor Ort die Games Convention als Online-Spielemesse neu ausgerichtet und starten nun wieder von vorn.
Besonders hervorzuheben ist, dass sich die Leipziger Messe im Vorfeld einen interessanten Partner ins Boot geholt hat: das Hans-Bredow-Institut aus Hamburg. Dieses bekam den Auftrag eine Dialogkonferenz parallel zur Spielemesse zu veranstalten. Ein – soweit ich weiß – relativ einmaliges Konzept. Lustigerweise ging der Plan sogar so gut auf, dass zeitweise – vor allem am Freitag – schon gewitzelt wurde, dass auf der Konferenz mehr Besucher seien, als auf der Messe.
Die Messe…
…war wohl ein recht schwieriger Neustart. So mussten zahlreiche Firmen überzeugt werden zu kommen und trotz der über 70 Aussteller waren die beiden Messehallen sehr überschaubar. Dass wenig Zug dahinter war, lag wohl auch daran, dass große Publisher wie Activision/Blizzard (World of Warcraft) fehlten. Dafür waren die Branchenriesen der Browserspiele wie GAMIGO oder Bigpoint vertreten. Außenrum gab es viele Events und (eSports-)Wettbewerbe, aber so richtig mochte das alte Games Convention Feeling mit zeltenden Zockern, nerdigen Nachtelfen und feiernden Faunen nicht so recht aufkommen. Dennoch scheint die Messe für die Unternehmen ein Erfolg gewesen zu sein, was mitunter auch an der exzellenten Wahl von Südkorea als Partnerland liegen mag.
Die Konferenz…
…brachte wenig Neues ans Licht. Aber zum ersten Mal hatte ich den Eindruck, dass Forscher, Institutionen, Politik und Branche an einem Tisch sitzen. Dies ist etwas, was beim Thema (Online-)Computerspiele höchst selten vorkommt und daher gar nicht hoch genug bewertet werden kann. Inhaltlich war die Konferenz spannend – wobei ich nur den Track 3 “Politik & Gesellschaft” am Freitag und den Track 2 “Forschung & Nutzung” am Samstag bewerten kann – und durch die internationalen Referenten wirklich am Puls der Zeit.
Persönlich hat mir natürlich meine Teilnahme am Podium “Der Angebotsmarkt als Blackbox – wer sorgt für Transparenz und Jugendschutz” sehr gefallen.
Dieser Artikel wurde auch auf POLITIKMASCHINE.de veröffentlicht.





